Fortbildung für Mitarbeiter*innen des Netzwerkes "gewaltLOSwerden Bayern" - Grundlagen - unter Leitung von Michael Diemer und Maria Heller

Seminar
  • 1 Seminar
  • 2 Teilnehmerdaten
  • 3 Fragebogen
  • 4 Übersicht
S-9
Inhalt:

Die Notwendigkeit, sich mit den Folgen von Trauma auseinander zu setzen, ist in den letzten Jahren Betroffenen wie auch Leiter*innen verschiedenster Angebote bewusst geworden. Traumatisierte Menschen brauchen eine, auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Form der Begleitung, bei der neben einem soliden Grundwissen die innere Haltung eine bedeutende Rolle spielt. Dieses Seminar richtet sich speziell an Mitarbeiter*innen und/oder Honorarkräfte des Netzwerkes "gewaltLOSwerden Bayern".

In dieser Fortbildung erhalten Sie ein Basiswissen über einfache und komplexe Traumata, Symptomatik, Ursachen sowie über den Umgang mit Betroffenen. Die spezielle traumasensible Beratungsstelle spielt ebenso eine große Rolle wie Handwerkszeug zur Stabilisierung und Selbstfürsorge.

Des Weiteren wird eine traumasensible Haltung in der Beziehung vermittelt, bei der Sicherheit und Klarheit eine zentrale Rolle spielen. Indem Sie in der Lage sind, Ihre Beratung sicher und klar und gleichzeitig offen und einfühlsam zu führen, unterstützen Sie die Betroffenen dabei, ihr Selbstgewahrsein zu verbessern. Dies stellt eine Grundvoraussetzung dar, um sich zu regulieren und zu beruhigen. Ihre Art der Beziehung ermöglicht den Ratsuchenden, ihr Selbstwirksamkeitserleben zu verbessern, so dass sie sich zunehmend selbstbewusster und stärker fühlen. Ihr psychotraumatologisches Wissen lässt Sie sowohl Stressdynamiken wie auch die Complianceverhalten Betroffener wie Unpünktlichkeit, Wegbleiben aber auch Überangepasstheit besser einordnen.

Die Arbeit mit traumatisierten Menschen setzt ein Grundwissen über Trauma, Traumafolgestörungen und Symptome voraus. Am ersten Tag beschäftigt sich der Kurs mit Wissen über einfache und komplexe Traumata, die Symptomatik der posttraumatischen Belastungsstörung und der weiterreichenden Symptomatik von komplexen Traumafolgestörungen. Inhalt wird auch die Sichtweise der neuen Polyvagaltheorie und Ihrer Umsetzung in der Praxis sein. Durch dieses Wissen verstehen Sie die Zusammenhänge zwischen Trauma und Symptomatik und können dies den Betroffenen erläutern (Psychoedukation). Dies gibt Ihnen ein umfangreiches Wissen, das Sie für die Arbeit mit Betroffenen sensibilisiert. Sie lernen am zweiten Tag zudem Stabilisierugstechniken, mit deren Hilfe Sie Betroffene dabei unterstützen können, ihre Affekte zu regulieren und sich wieder zu beruhigen, wenn während des Beratungssettings Traumaerinnerungen wachgerufen worden sind. Außerdem ist das Feld der Selbstfürsorge gerade in diesem Kontext sehr wichtig.


Tag 1 - Grundlagen:
Trauma und Traumafolgestörungen unter Leitung von Michael Diemer

Definition einfache und komplexe Traumata
- Ereignisse, die zu einer Traumafolgestörung führen können, Traumasystematik
- Arten von Traumafolgestörungen
- Neurobiologische Hintergründe einer Traumatisierung (Polyvagaltheorie, Window of Tolerance) - Psychoedukation
- Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung
- Dissoziation (Abspaltung), Flashback (ungewollte Erinnerungen), Trigger

Tag 2 - Grundlagen:
Stabilisierungstechniken und Selbstfürsorge unter Leitung von Maria Heller

- Beziehungsarbeit: Haltung gegenüber traumatisierten Menschen
- Ressourcenarbeit: Den Glauben an sich selbst wieder aufbauen
- Distanzierung als Schutz vor Intrusionen
- Reduzierung der Übererregung durch Selbstberuhigung
- Psychohygiene und Selbstfürsorge
THZM, Seminarzentrum, Horemansstraße 8 Rgb., 80636 München
0,00 EUR inkl. 0,00 EUR (0,0%) MwSt.

27.10.2020 09:30 - 17:00

28.10.2020 09:30 - 17:00

Michael Diemer

Maria Heller

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