"Schwierige" Patient*innen im Praxisalltag - Von der Herausforderung zu mehr Handlungssicherheit - 15.-16.01.2022 und 05.02.2022

Seminar unter der Leitung von Gabriele Heyers, Dr. Bettina Gäbhard und Iris Scheerbarth
  • 1 Seminar
  • 2 Teilnehmerdaten
  • 3 Fragebogen
  • 4 Übersicht
S-51
Traumatisierte Patient*innen gehören oft zu denen, die mitunter sehr wechselhaft auftreten
und als herausfordernd erlebt werden. Manchmal wirken sie abgeklärt, dann zeigen sie eher unterwerfendes Verhalten und sind das nächste Mal völlig fordernd und wirken übergriffig. Es sind Patient*innen, die bei längerem Warten plötzlich aufspringen und die Praxis verlassen, am ganzen Körper zu zittern beginnen, oder aufgeregt hin- und herlaufen. Sie verweigern notwendige Untersuchungen und sind oftmals sehr misstrauisch. Damit bringen sie den Alltag der Praxis durcheinander und es führt zu einer Verunsicherung und Hilflosigkeit bei allen Beteiligten.

Obwohl in der hausärztlichen und fachärztlichen Versorgung der Anteil der Patient*innen,
Termine die (komorbid) an einer Traumafolgestörung leiden, hoch ist, werden diese posttraumatischen Belastungen und Symptome häufig nicht erkannt und bei der Versorgung
somatischer Beschwerden wie z.B. Schmerzen, Stoffwechsel- und Gefäßerkrankungen zu wenig oder nicht berücksichtigt.
Um diese Patient*innen soll es in unserer Fortbildung gehen. Unser Anliegen ist keineswegs, von Ihnen als Ärzt*innen noch mehr Aufmerksamkeit und Zeit für Ihre Patient*innen zu fordern. Vielmehr möchten wir zu mehr Wissen und dadurch mehr Verständnis für dieses häufig seltsam wirkende Verhalten traumatisierter Patient*innen beitragen. Wir werden Ihnen relativ einfache Mittel zur Verfügung stellen, um mit dem hohen Stresslevel der Patient*innen hilfreich und deeskalierend umgehen zu können und Sie bei der Entwicklung einer traumasensiblen Haltung und deren Handlungskonsequenzen unterstützen. Aus der Antwort auf diese Themen ergeben sich auch Anregungen für die Burnout-Prophylaxe.

Sie erlangen Grundlagen und Erkenntnisse der Psychotraumatologie, welche Sie für die besonderen Bedürfnisse der Betroffenen sensibilisieren, um so neue Handlungsmöglichkeiten
zu entwickeln. Wir eröffnen Ihnen eine neue Sichtweise auf traumatisierte Patient*innen, die uns auch an unsere eigenen Belastungsgrenzen bringen können.
Folgenden Fragen gehen wir nach: Was ist ein Trauma? Welche Traumafolgestörungen gibt es? Was sind häufige komorbide Störungsbilder? Zudem werden wir uns mit den Besonderheiten des Traumagedächtnisses sowie den neurobiologischen Veränderungen infolge von Hochstress befassen. Auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit spezifischen Traumatisierungen (wie z.B. sexualisierter oder häuslicher Gewalt) sowie auf die Begleitung von Menschen in Akutsituationen wird eingegangen.

Auch möchten wir den Blick dafür erweitern, wie häufig körperlich definierte Erkrankungen wie arterieller Hypertonus, Adipositas, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Herzbeschwerden, Magen-Darmbeschwerden und chronischen Schmerzerkrankungen als psychoneurobiologisch begründete Traumafolgestörungen verstanden werden können. Ein besseres Verständnis dieser Phänomene kann neue Perspektiven in der Behandlungsplanung geben.

Somit kann unser Curriculum sowohl ein Gewinn für Sie sein als auch für die Patient*innen.
Betroffene, die häufig auch körperlich und nicht nur psychisch krank sind, fühlen sich besser verstanden und können einer effizienteren und adäquateren ärztlichen Versorgung zugeführt werden.

Sie sind eingeladen, eigene Fallbeispiele einzubringen. Wir freuen uns auf den fachlichen Austausch mit Ihnen!
THZM, Seminarzentrum, Horemansstraße 8 Rgb., 80636 München
198,00 EUR inkl. 0,00 EUR (0,0%) MwSt.

Mitgliedsrabatt: 180,00 EUR inkl. 0,00 EUR (0,0%) MwSt.

15.01.2022 09:30 - 17:00

16.01.2022 09:30 - 17:00

05.02.2022 09:30 - 17:00

Gabriele Heyers

Bettina Gäbhard

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